Welcher Lerntyp sind Sie?

27.09.2021

Eine Möglichkeit, sich auch gedanklich wieder auf die Rolle des Lernenden einzulassen, ist ein Lerntypentest für Erwachsene. Wo sind Ihre Stärken und Schwächen?

Dozent und drei Teilnehmer (zwei Frauen, ein Mann) beim Unterricht

Was ist ein Lerntyp?

Unter dem Begriff Lerntyp wird eine persönliche Vorliebe verstanden, auf welchem Wege sich eine Person neues Wissen aneignet - je nachdem, wie sich jemand Dinge besser merken und einprägen kann. Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Modelle, nach denen Menschen in Lerntypen eingeteilt werden. Eines der bekanntesten hat Frederic Vester, Biochemiker und Systemforscher, in seinem Buch „Denken, Lernen, Vergessen“ entwickelt. Darin stellt er die Hypothese auf, dass Menschen entweder den visuellen, haptischen, verbal-abstrakten oder auditiven Lernkanal bevorzugen.

Durch einen Lerntypentest kann man herausfinden, ob man wirklich die effizienteste Lernmethode anwendet oder vielleicht etwas Neues versuchen sollte, was dem bevorzugten Sinnesorgan entgegen kommt.

Welche Lerntypen Gibt es?

Nach Frederic Vester wird in vier Lerntypen unterteilt, die im Folgenden erläutert werden. Wichtig ist jedoch: Kaum jemand repräsentiert ausschließlich einen einzigen Lerntyp. Vielmehr sind die allermeisten Menschen eine Kombination aus verschiedenen Lerntypen. Zumeist ist jedoch ein Lernkanal stärker ausgeprägt als andere, was man dann für ein möglichst effektives Lernen berücksichtigen kann.


Der visuelle Lerntyp

Der visuelle Lerntyp lernt am besten das, was er sieht und kann sich somit Wissen vor allem durch bildliche Veranschaulichung einprägen. Schon beim Lesen kann er sich viele Dinge gut merken, zusätzlich helfen ihm Skizzen, Diagramme oder Mindmaps. Um Gelesenes noch besser zu verstehen, einzuordnen und sich zu merken, ist das farbliche Markieren von Textstellen oder das Verkleben farbiger Post-Its für ihn sehr hilfreich. Um das Ernernte ins Langzeitgedächtnis zu befördern, sind bspw. Karteikarten (um Vokabeln oder Fachbegriffe zu lernen), Lern-Apps oder Video-Tutorials sehr gut geeignet. Da sich der visuelle Lerntyp leicht durch Unordnung ablenken lässt, hilft ihm zusätzlich ein aufgeräumter Schreibtisch oder Arbeitsplatz beim Lernen.

Der motorische Lerntyp

Dieser Typ lernt über das eigene Erleben: Anfassen, ausprobieren und selbst machen sind für ihn die besten Wege, um Dinge im Gedächtnis zu behalten. Das macht es dann schwer, wenn das zu vermittelnde Wissen eher abstrakt ist und sich nur schwer oder gar nicht als Modell darstellen lässt. Gut funktionieren hier Lernmaterialien zum Anfassen, beispielsweise Scrabble-Steine , Memory-Karten oder eben Modelle. Ideal sind natürlich Arbeiten, die tatsächlich praktisch erledigt werden können. Eine Möglichkeit, auch abstraktere Dinge zu verinnerlichen, ist für diesen Lerntyp das Lernen in Bewegung. Dabei wird ein festgesteckter Weg benutzt und markante Punkte werden gedanklich mit bestimmten Lerninhalten verknüpft.

Der kommunikative Lerntyp

Der kommunikative Lerntyp lernt besonders gut übers Sprechen und Diskutieren. Er braucht den Austausch mit Anderen, um neues Wissen bestmöglich verarbeiten und speichern zu können. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Lernstoff - durch hören, lesen, aufschreiben etc. - bereits grundlegend aufgenommen und anschließend in Grundzügen durchdacht und reflektiert wurde. Erst im Gespräch mit anderen versteht dieser Lerntyp dann aber noch Punkte, die zuvor unklar geblieben sind. Der kommunikative Lerntyp bevorzugt das Lernen in Lerngruppen, weil das Erörtern und Diskutieren von wichtigen Punkten ihm beim Erfassen und Verinnerlichen von komplexen Sachverhalten sehr hilft. Darüber hinaus findet dieser Lerntyp auf diese Weise viel einfacher und nachhaltiger die Motivation zum Lernen.

Der auditive Lerntyp

Dieser Lerntyp lernt vor allem durchs Zuhören, denn sein bevorzugtes Sinnesorgan ist das Ohr. Informationen nur zu lesen, reicht ihm oftmals nicht, um sich später daran erinnern zu können. Gehörte Dinge kann er sich hingegen oftmals schon beim ersten Mal gut merken. Sehr hilfreich kann hier das sich selbst laut Vorlesen sein, um Lernstoff entsprechend speichern zu können. Ideal sind zudem Lern-CDs aus Fachbüchern oder Podcasts, die mittlerweile zu allen möglichen Themen verfügbar sind. Helfen kann es auch, die eigene Stimme mit Lerninhalten aufzunehmen und sich diese Aufnahmen anschließend anzuhören. Um sich auf wichtige Informationen konzentrieren zu können, ist für den auditiven Lerntyp eine ruhige Umgebung besonders wichtig.

Lerntypentest zum Selbst machen!

Im Folgenden finden Sie einen Link zu einem einfachen und kostenlosen Lerntypentest.

Beachten Sie aber: Ein Lerntypentest bietet lediglich eine Orientierung zur Selbsteinschätzung und kann hilfreich bei der Überlegung sein, welches Lernumfeld und welche Lernmaterialien man braucht, um sich optimal Wissen aneignen zu können. Er kann ein guter und wichtiger Anhaltspunkt sein, eventuell neue Lernmethoden auszuprobieren, wenn Sie in der Vergangenheit mit anderen nicht so erfolgreich waren. Letztlich gilt jedoch: Jeder Mensch sollte für sich eine effektive Mischung von Lernformen finden! Es geht nicht darum, ausschließlich eine Methode zu präferieren und andere Methoden völlig zu verwerfen. Vielmehr ist es sinnvoll, hier und da auszuprobieren und sein Lernverhalten im richtigen Maß an seinen Typ anzupassen.

Link zur Website www.philognosie.net mit einem Online-Lerntypentest

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